Im Fasching herrscht verkehrte Welt: Narren ziehen in die Rathäuser, Bürgermeister überreichen die Schatulle der Stadt, ehrbare Herren prunken in ihren Faschingsgewändern, man tanzt und singt und lacht und lässt die Welt kopfstehen.
Vor der Kirchentür ist Fasching; lustig und bunt und ausgelassen sind die nächsten zwei Wochen. In der Kirche beginnt schon die Vorfastenzeit: die zweieinhalb Wochen vor dem Aschermittwoch. Das Halleluja schweigt ab jetzt bis Ostern. Schon geht der Blick nach vorne, zur Passion, zum Weg Christi ans Kreuz.
Auch in der Kirche herrscht verkehrte Welt in der Vorfastenzeit. Da hören wir von der Gegenwelt Gottes, da werden die Werte unserer Welt auf den Kopf gestellt – oder ja eigentlich: vom Kopf auf die Füße. Gott sagt nicht: »Leistung muss sich lohnen«; er fragt: Was brauchst Du an Leib und Seele? Nicht Lohn, sondern Gnade – was manche ärgert, ist Lachen und Freude für die Kinder Gottes. Das ist der Fasching Gottes, da hält er die Herren dieser Welt zum Narren und richtet seine Gerechtigkeit auf.