Passionszeit

Sonntag, 26. März 2017   Lätare
9.30 Uhr Gottesdienst (Pfarrer Müller)
17.00 Uhr Lesung zu „Hans Christian Andersen (1805-1875)“ im Gemeindesaal  mit Katrin Mulzer

Wenn das Weizenkorn nicht in die Erde fällt und erstirbt, bleibt es allein; wenn es aber erstirbt, bringt es viel Frucht.“ Johannes 12, 24

Sommersonntag und Lätarekranz

Der vierte Sonntag in der Passionszeit „Lätare“ (freut Euch!) gilt als das „kleine Osterfest“. Dieser Sonntag ist mitten im Düsteren ein Hinweis auf die Auferstehung. Die Hälfte der Passionszeit ist vorbei – Ostern ist nicht mehr weit.

Freude über die Halbzeit

Aus diesem Grund trägt dieser Sonntag mancherorts die rosane Kirchenfarbe – ebenso wie der Sonntag Gaudete im Advent. Denn Rosa hellt die Bußfarbe auf und ist schon ein feiner Hinweis auf das leuchtende Weiß des Osterfestes. Im Mittelalter wurde an diesem Sonntag das Fasten unterbrochen.
Schon früh ist der Sonntag Lätare mit Frühlings- und Fruchtbarkeitsbräuchen verknüpft. Wie an diesem Sonntag Dunkel und Licht, Trauer und Freude zusammenkommen, so findet das in dem Kampf zwischen Sommer und Winter in diesem Tag seine Entsprechung: Frühlingsfeuer wurden entzündet und der Winter vertrieben. In Westfalen brachten die Mädchen den Nachbarn mit Funkenkränzen den Frühling und mit brennenden Fackeln und gehörigem Lärm ging es auf die Felder zum „Saatenwecken“. Darauf gehen heute noch die Sommertagsumzüge in Rheinhessen und der Pfalz zurück.
Heute hängen manche Familien  an Lätare als Zeichen der Vorfreude auf Ostern einen aus Buchs gewundenen Kranz an die Tür, der mit zwei violetten und zwei rosafarbenen Schleifen geschmückt ist. Am Karsamstagnachmittag wird der Laetarekranz mit einer weißen Schleife zwischen den rosafarbenen bestückt. So bleibt er an der Tür bis über den Weißen Sonntag.
Quelle: Evangelisch-lutherische Kirche in Bayern